Ein Muskel für ganzheitliche Gesundheit

Was ist der Beckenboden? Welche Aufgaben hat er? Was leistet er? Das sind Fragen, auf die man nicht immer auf Anhieb eine zufriedenstellende Antwort erhält. Dabei hängen von seiner Kraft und Funktionsfähigkeit viele Aufgaben eines gesunden Körpers ab.

Der tragende Boden der Organe

Der Beckenboden wird von einer der wichtigsten Muskelgruppen des ganzen Körpers gebildet, er ist die tragende Basis für die inneren, im Bauchraum befindlichen Organe. Von der Form her gleicht er einer handtellerdicken Platte.

Er erfüllt im Wesentlichen zwei Aufgaben: Er stützt erstens den Bauchraum und ermöglicht damit die stabile Position der Organe, dient zudem als flexibler Durchgang für den Enddarm, die Harnröhre, die Sexualorgane, die Gebärmutter und natürlich bei der Geburt eines Babys. Zweitens dient er als Gegenspieler für wichtige Atemmuskeln und wirkt bei der Koordination der Atmung mit. Das lässt ahnen, warum Beschwerden mit dem Beckenboden sich quer durch alle Altersklassen ziehen.

Für beide Aufgaben muss sich der Beckenboden elastisch und anpassungsfähig dehnen und zusammenziehen können.

Was bewirkt ein trainierter Beckenboden?

Fast jede Bewegung wird aus der Mitte des Beckenboden ausgelöst. Ein gut funktionierender, aktiver Beckenboden ist somit essentiell für die ganzheitliche Gesundheit von Frauen wie auch Männern. Und das lässt sich sogar bewusst trainieren.

Eine willkommene Wirkung eines starken Beckenbodens ist ein spürbarer Lustgewinn beim Sex für beide Geschlechter. Als bedeutsame gesundheitliche Auswirkung kommt hinzu, dass ein Beckenboden, der täglich aktiv elastisch und anpassungsfähig erhalten wird, bei Frauen und Männern eine Blasensenkung vermeiden oder lindern kann; Blasensenkung ist die Ursache für den unfreiwilligen Verlust von Harn und Stuhl, medizinisch als Inkontinenz bezeichnet.

Auch die Bedeutung des Beckenbodens für die Wirbelsäule und den gesamten Rücken bis hin Hals- und Nackenverspannungen einschließlich der damit häufig verbundenen Kopfschmerzen ist nicht zu unterschätzen. Mit einem gezielten Beckenbodentraining verschwinden in 95 von 100 Fällen diffuse Kreuzschmerzen, in der Folge können Schmerzen rund um Hals, Nacken und Kopf abklingen.

Ursache einer Beckenbodenschwäche

Allgemein kommt es zur Beckenbodenschwäche durch Übergewicht, andauernde Fehlhaltungen oder chronischen Husten.

Beckenbodenschwäche entsteht bei Frauen häufig auch durch Schwangerschaften und etwa durch einen Dammschnitt während der Geburt. Als Folge davon können Frauen eine durch die muskuläre Schwäche hervorgerufenen Gebärmuttersenkung erleiden.

Prophylaxe und Heilmethode

Lange Zeit wurden Beschwerden des Beckenbodens allein für Schwangere als essentiell wahrgenommen. Seine allgemeine Bedeutung wurde unterschätzt beziehungsweise nicht wahrgenommen. Diese Sichtweise hat sich geändert. Inzwischen haben die herrschende Medizin und mit ihr die Physiotherapie erkannt, wie wichtig diese Muskelgruppe nicht allein für den Beckenboden, sondern auch für die übrigen Muskeln des Körper ist.

Heute nimmt das Training der Beckenbodenmuskulatur seinen Platz neben dem allseits bekannten »Bauch-Beine-Po«-Training und weiteren »trainierenswerten« Muskeln an Arm, Bein, Bauch & Co. ein. Und das selbstverständlich nicht nur für Frauen. Beckenbodentraining ist die ganzheitliche Heilmethode für die vitale »Mitte des Menschen«.

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